Ausstellung vom 02.11.2011 bis 29.02.2012 im “Cum Laude“ in Berlin

- Illustrationen zu " Nasentanz " von Joseph Dehler -

Die erste Aquarelle und Polychromoszeichnungen, die Hartmann Litschel der Öffentlichkeit zeigte, waren Stadtlandschaften, Details aus ihnen. Es waren zarte, konturierte Strukturen, fast hingehauchte Farbflächen. Surreale, abstrakte Elemente waren von Anfang an Grundlagen seiner Arbeiten. Es schien, als waren sie   Randbemerkungen zu Details seiner Reiseskizzen, die er bewusst oder unbewusst in seine abstrakten Aquarelle einfliesen ließ.

Hartmann Litschel richtet seinen Blick stets auf das Ganze. Transparente Bildarchitekturen bilden das zarte graphische Gerüst. Die gezeichneten Linien sollen dabei den Gegenstand nicht eingrenzen; sie sollen ihn nur tangieren und Zusammenhänge bewusst offen lassen.

Die Linien sind auch ein wesentliches Hilfsmittel für den Aufbau und die Kompositionen der Werke. Sie setzen keine Signale. Die Farb- und Formdickiche wurden in Farbe und Ausdruck mit den Jahren kräftiger und heftiger. Sie fordern zum Einsehen auf. Es sind Striche, Linien und Kurven, die die Bilder konstruieren und ihnen einen Zusammenhang, eine Bildform geben. Und zwar unter der Bedingung, dass sich dabei sowohl Rhythmus, eine Energieballung wie auch ein Gleichgewicht ergibt, das durch mehrmaliges Dazusetzen einen Ausgleich herstellt.

Es ist, so Hartmann Litschel, als werden die Finger beim Erschaffen eines Werkes vom Unbewussten geleitet. So entstehen Kompositionen, die im Wachzustand nicht gezeichnet worden und entstanden wären. Es ist die seelische Sehweise, die sich öffnet und zugleich offenbart, wie vielfältig der Künstler ist.
Die Begabung hat den Künstler nie ruhen lassen. Er ist ständig auf der Suche nach Kompositionen, die einen Sinn ergeben.

Der Künstler: “Ich will Essenzen und nicht das Äußere der Dinge abzeichnen. Dadurch entsteht eine Art Klammer zur Architektur, denn Architekturen sind Essenzen geometrischer Formen“.

Wer Hartmann Litschel kennt, wie kritisch er sich mit dem Zustand der Welt befasst. Als Künstler reagiert er darauf mit seinen eigenen Mitteln. Und weil er bei seiner Sache bleibt, ist er immer auf das Ergebnis gespannt. Dieses lässt sich nie voraussagen, erlebt man seinen Bildern das Entstehen und die Variationen der Formen wie der Farben, wie ein lebendiger Prozess, wie ein Mikroausschnitt aus einer Wachstumsphase. Eine Transformation, die von Bild zu Bild fortschreitet, auch am morgigen Tag, und so durch die Abfolge, auch wenn sie nur eine imaginäre Konstruktion ist; eine Bewegung in der Kunst ausführt, die in der Natur als Gesetz schon lange vorgegeben ist. Im Nasentanz von Joseph Dehler hat Hartmann Litschel Bildillustrationen geschaffen, die keine Karikaturen zum Ziel haben. Er setzt seine Geschichten in seine eigene Seh- und Malweise um.

Nach dem Lesen der Politsatiren soll der Leser eine Art Reflexion der Umstände und der Widersprüchlichkeiten im politischen Geschehen interpretieren.
Gerade deshalb hat Joseph Dehler den Freiburger Künstler Hartmann Litschel ausgewählt, diese Art von Werke zu erstellen.